Wenn der Montag der Sonntag sein sollte

Nach dem Sonntag… verläuft alles so wie jeden Montag.

Auf dem Weg zum Zahnarzt meines Sohnes Estêvão, lernte ich eine der großen Lektionen meines Lebens. Der Termin war um 9.00 Uhr morgens, und nur eine Routineuntersuchung.

Wie wir bereits wissen, ist für manche Kinder das Krankenhaus kein Synonym für Disney, auch kein Trainingslager oder Familienausflug, und auch mein Sohn stellte da keine Ausnahme dar… „Papa, wird es sehr weh tun was der Zahnarzt mir machen muss?“ Um seine Aufregung zu beruhigen und um ehrlich zu sein: „Nein, Estêvão!, nur ein bisschen Fluorid, eine Flüssigkeit mit frischem Geschmack um deine Zähne zu stärken, und um festzustellen, dass alles gut ist; du wirst schon sehen, dass es nichts wichtiges sein wird.“

Gerade beim Rausgehen aus der Praxis um eilig zur Schule zurückzukehren, gingen wir schnell an einem Tisch vorbei, an dem eine Frau saß, die uns um einen Beitrag für eine Organisation bat, die benachteiligten Kindern hilft. Meine erste Reaktion in der Eile war die Tatsache zu rechtfertigen, dass es aufgrund des Zeitmangels nicht möglich wäre zu helfen… „wir kommen zu spät zur Schule meines Sohnes“ (etwas, was der Wahrheit entsprach); aber was ich daraufhin sagte, war ein wenig zu direkt um mein Verhalten rechtfertigen zu können… „wir helfen schon vielen anderen Personen.“ Die Frau, sehr nett und mit sehr viel Anstand, sagte zu mir: „Vielen Dank, das verstehe ich.“ Mein Sohn, der nicht von meiner Seite gewichen war, war Zeuge des Verhaltens seines Vaters an einem Montag ohne Sonntag gewesen. Beim Rausgehen durch die Praxistür, wie jemand der durch die Tür der Kirche geht, änderten die Worte meines Sohnes ganz und gar meine Perspektive der Woche.

E: Papa, warum hilfst du dieser Frau nicht?

P: Weil du sonst zur spät zur Schule kommst.

E: Papa gib ihr doch einfach nur eine Münze.

P: Aber ich habe keine Münze (und beim Aufmachen meines Geldbeutels, sagte er zurechtweisend)

E: Dann gib ihr das was du hast, du bist der Leiter der Personen…

„Autsch! Du bist der Leiter der Personen!”, diese Zurechtweisung legte wirklich alle meine Argumente auseinander und zeigte, dass die geistliche Leiterschaft viel weiter reicht als nur das, was ich sage oder tue in den verschiedenen Aktivitäten meiner Position, in der Organisation die ich leite, oder in der Rolle, die ich in meiner eigenen Kirche  spiele. Die Leiterschaft  hat mit dem Charakter des Leiters zu tun.

Andy Stanly sagt in seinem Buch „Die Taten sprechen viel lauter als die Worte“: „Dein Carakter ist das, was du wirklich bist. Er wird bestimmen was du in deinem Leben erreichst. Wird bestimmen ob du eine Person sein wirst, die es wert ist kennen zu lernen. Er wir jede einzelne deiner Beziehungen aufbauen oder zerstören.“

Im Markusevangelium 6,35-37, zeigt der Carakter der Jünger wieder einmal vor dem Lehrer ihres Lebens, Jesus, aus was wir gemacht sind. Wir suchen Jesus jeden Sonntag, sagen Ihm wie sehr wir Ihn lieben, singen Seinem Namen Lieder, suchen die besten Wörter um Gebte zu erheben, die wir niemals anderen erzählen würden, bis wir auf dem Weg nach Hause durch die Tür unserer Kirche  gehen und dann am Montag zeigt sich, dass die ganze Anbetung und christliche Lebensweise auf den Sonntag beschränkt sind.

Sowohl im Leben der Jünger, wie auch in unserem Leben, war der Montag niemals Sonntag gewesen.

Das können wir an den Antworten der Jünger sehen, die, nachdem sie mit einer bedeutenden Popularität an Jesus Seite gedient hatten und vor einer Herausforderung standen, deren Ausmaß sich außerhalb der gewohnten befand, ihre Führung mit folgenden Aktionen beschatten würden:

Entlasse sie, damit sie in die Höfe und Dörfer ringsumher gehen und sich Brot kaufen; denn sie haben nichts zu essen, Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Gebt ihr ihnen zu essen! Und sie sprachen zu Ihm: Sollen wir hingehen und für 200 Denare Brot kaufen und ihnen zu essen geben? Zweihundert Denare, ein Betrag, der etwa zweihundert Arbeitstagen entspricht, denn ein Denar war der Tageslohn eines Arbeiter (Matth. 20,2). Die Jünger meinten, dass das nicht möglich wäre. Anstelle darauf zu warten, dass Jesus ihnen Anweisungen gibt, verwickeln sie sich in ihre eigenen scheiternden Projekte. In den Dingen von Jesus zu sein, kann uns zu wichtigen Menschen machen, aber in Jesus zu sein, macht uns zu Menschen mit Charakter. Vor den Herausforderungen die uns das Leben unter der Woche stellt, sollte der Montag weiterhin Sonntag bleiben.

Zurück mit meinem Sohn am Tisch der gütigen Frau, die da freiwillig war um dem Nächsten zu helfen, fasste ich Mut und erzählte ihr vom Geschehen mit meinem Sohn Estêvão. Sofort fingen an Tränen von ihrem Gesicht zu kullern, gerührt von dem was sie hörte; sie sagte zu mir: „Vom Glauben eines Kindes lernt man immer. Damit hast du mir heute den Tag versüßt, denn ich bin Christin und die Antwort deines Sohnes hat mich dazu motiviert, Jesus weiterhin zu vertrauen.“  Diese Geschichte ist auch die Geschichte vom Glauben des Jungen mit den Broten und den Fischen. Gott bittet uns nie etwas, dass wir nicht haben. Was hast du in deinen Händen? Das Wunder, was du nicht vollbringen kannst ist immer JESUS.

Hier sind einige Gefahren, die unsere Kohärenz aufgrund von mangelndem Charakter untergraben, die zur Stunde der schlagkräftigen Anworten, in der Lage sind jeden Montag in Sonntag zu verwandeln.

  1. Die Unsensibilität dem gegenüber der uns umgibt, unser Nächster. Wir verlieren viel zu schnell das Ziel und die Verantwortung denjenigen zu lieben, der in unserer Nähe ist.
  2. Die Ungeduld vor dem was uns umgibt, den Dingen. Die Gewohnheiten, die Hausarbeiten und die kleinen alltäglichen Dringlichkeiten verwandeln uns in abgelenkte Personen.
  3. Die Ineffizienz unseres Dienstes mit dem was uns umgibt. Das Wichtige aus dem Blick verlierend, verbringen wir die Woche wie „achtlose“ Christen in einer Welt, die uns pausenlos abverlangt dass wir uns aussprechen.

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